Ich gegen mich

Manchmal stehe ich vor dem Badezimmerspiegel, putze mir die Zähne und schau mich dabei normalerweise eher selten selbst an.

Manchmal sehe ich mir dann aber ins Gesicht und zucke innerlich, zumindest geistig zusammen, da ich teilweise erschrocken bin, weil ich mich nicht selber mehr erkenne. Denn die Person, für die ich mich meistens halte, ist nicht dieselbe wie die im Spiegel.

Ich bin ein sehr belesener Mensch, aber oft genug ist es so, dass ich, wenn ich über mich selbst nachdenke, es fast so wirkt, als würde ich über jemand anderen nachdenken. Dann versuche ich, mich auf mich selbst zu besinnen und was ich in meinem Leben bisher (teilweise Großartiges) auf die Beine gestellt bekommen habe und welche realistischen Ziele ich mir gesetzt habe. Dann bin ich oft sehr durcheinander, unkonzentriert und das wars dann- die Stimmung kippt in den Keller, denn ich bekomme das Gefühl, meinem eigenen Urteil mir selbst gegenüber nicht mehr oder nur noch teilweise vertrauen zu können.

Ich versuche dann, die Bücher zu lesen, aus denen ich bisher immer in solchen Phasen meine Kraft gezogen habe aber in genau diesen Momenten könnten sie genauso gut auch kyrillisch geschrieben worden sein. Dann fühle ich mich dumm, mein Selbstwert sinkt und ich habe den Eindruck, das die jahrelange Arbeit an mir selbst nun am Ende doch nichts gebracht hat. Es ist sehr schwer, mit starken und schnellen Stimmungsschwankungen umzugehen, sogar obwohl ich sie ja nicht erst seit gestern habe.

Aber ich habe den Eindruck, dass die Arbeit jedes Mal härter wird, da raus zu kommen, in dem ich mich auf die schönen Erlebnisse, die Arbeit und Freunde konzentriere oder vergangene Urlaube. Und trotzdem zieht alle paar Wochen ein heftiges Gewitter in meinem Kopf auf- Dauer wie meistens unbekannt. Und gerade dann, wenn man sich vom letzten Gewitter halbwegs erholt hat und wieder etwas zu Kräften gekommen ist, geht die ganze Scheisse von vorne los.

Ein ewiger Kampf. Aber wie schon mal jemand sagte, kommt es nicht darauf an, wie oft Du hinfällst, sondern wie oft Du wieder aufstehst. Trotzdem optimistisch zu bleiben ist die Kunst.

Also auf in den Kampf.

Ich gegen mich

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