Die Sonne

Jeder Mensch hat eine Sonne im Kopf, die regelmäßig auf und unter geht. Diesen Menschen geht es gut.

Was ist aber mit den Menschen, bei denen die Sonne im Kopf unregelmäßig auf und untergeht? Stell Dir vor, im einen Moment scheint die Sonne, Du bist in kurzer Hose und Shirt und im nächsten Moment regnet es in Strömen und Du hast keinen Regenschirm dabei. Du bist auf dem Weg zu einem Date beispielsweise und willst gut aussehen und jetzt kommt der Regen und macht Dir einen Strich durch die Rechnung. Weit und breit ist kein Baum und auch sonst nichts, unter dem Du Schutz suchen könntest. Du wirst klitschnass, Dein Make- Up verläuft und Deine Laune sinkt rapide.

Die Sonne

Der Albtraum

Wie fast jede Nacht in letzter Zeit ging er ängstlich ins Bett. Mit seinen 8 Jahren hatte er schon so manche Nacht nicht geschlafen, denn er hatte furchtbare Albträume, in denen er auf bestialische Art und Weise getötet wurde; gevierteilt, gefressen, gejagt, aufgehängt, zerstückelt. Sowas sollte ein Kind nicht durchmachen müssen;

In der Schule aufgrund seiner Stille gemobbt, nach der Schule verprügelt, zuhause vom Vater nicht verstanden, der Schulpsychologe überfordert. Ein guter Schüler mit besonderen Talenten, die Dinge anders zu sehen, aus anderen Perspektiven. Mit anderen Augen. Versetzung durch sein „merkwürdiges“ Verhalten laut Zeugnissen auf eine höhere Schule gefährdet, Abitur gemacht mit 1,4. Noch immer geplagt von Albträumen und Depressionen, unverstanden von der Umwelt.

Der Albtraum

Das Geräusch

Eines morgens wachte Alex auf, er wusste, etwas stimmte nicht mit ihm.

Er fühlte sich verändert, komisch, anders als sonst- nicht wie er selbst.

Er ging ins Badezimmer duschen, trocknete sich ab und als er in den Spiegel sah, erschrak er: er erkannte sich kaum wieder- er nahm sich anders wahr. Schnell rief er seine Freundin herbei, die ihm sehr glaubhaft erklärte, alles sei ihn Ordnung, er hätte sich nicht äußerlich verändert, sie war aber verwundert über seine veränderte Wahrnehmung. Sie tat es als Übermüdung ab.

Das Geräusch

Faith in humanity?

Ich komme beruflich viel in Deutschland herum. Man sammelt dadurch vielerlei Erfahrungen, oft natürlich auch schlechte- meistens mit den geschätzten Kollegen. Wenn ich länger als einen Monat (mache ich nicht so gerne) irgendwo eingesetzt bin, weil es auf den ersten Blick ein easy Job ist, dann wird man zwangsläufig (bei genügender Kompetenz und Übersicht) ein Teil des bereits vorhandenen Systems. Soll heissen: man hat von allen Anwesenden am meisten Stunden im Monat, blickt eher durch als das resignierende festangstellte Personal und wundert sich jeden Tag mehr und mehr über die nichtvorhandenen Kompetenzen oder gar chronische Unlust der geschätzten Kollegen/-innen, Verantwortung oder ähnliches in diese Richtung für ihren Dienst zu übernehmen. Das funktioniert nicht in einem sozialen Beruf- den ich sehr gerne mache- der aber auch dafür sorgt, dass ich immer mehr das Vertrauen in die Menschheit verliere- was auch zukünftige Kollegen/-innen „büßen“ müssen. Sie können nichts dafür, aber man ist dann zwangsläufig vorsichtig und wird penibel bei gewissen Dingen. 

Faith in humanity?